Der Fleischanteil im Tierfutter gehört zu den wichtigsten Angaben auf einer Futterverpackung – wird aber häufig falsch verstanden. Entscheidend ist nicht nur eine große Prozentzahl, sondern wie viel verwertbares tierisches Protein im fertigen Futter tatsächlich enthalten ist, aus welchen Rohstoffen dieses Protein stammt und ob die Zusammensetzung zum Bedarf von Hund und Katze passt.
Viele Hunde und Katzen zeigen im Laufe ihres Lebens Auffälligkeiten wie stumpfes Fell, Juckreiz, Verdauungsprobleme oder allgemeine Leistungsschwäche. In vielen Fällen wird zunächst nach einzelnen Zutaten gesucht, die diese Probleme verursachen könnten.
Häufig liegt die Ursache jedoch nicht an einem bestimmten Rohstoff, sondern daran, dass das Futter zu wenig tierisches Protein enthält oder ein ungünstiges Verhältnis zwischen tierischem und pflanzlichem Protein aufweist. Wie hoch ist der Fleischanteil im Tierfutter?
Hunde und Katzen sind keine Pflanzenfresser. Ihre Verdauung und ihr Stoffwechsel sind darauf ausgelegt, Nährstoffe aus tierischen Rohstoffen zu verwerten.
Das bedeutet nicht, dass pflanzliche Bestandteile grundsätzlich problematisch sind. Entscheidend ist jedoch, dass ein ausreichender Anteil des Gesamtproteins aus tierischen Quellen stammt.
Tierisches Protein enthält Aminosäuren in einer Zusammensetzung, die für den Organismus von Hunden und Katzen besonders gut verwertbar ist. Viele dieser Aminosäuren sind für das Tier essenziell, das heißt, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden.
Wie gut ein Futter anschließend vom Organismus verwertet wird, hängt zusätzlich von der ➤ Verarbeitung und Verdaulichkeit von Tierfutter ab.
Sowohl pflanzliche als auch tierische Proteine bestehen aus Aminosäuren. Der Unterschied liegt jedoch in der Zusammensetzung dieser Aminosäuren und in ihrer Verwertbarkeit für den Organismus.
Während wir Menschen als Allesesser essentielle Aminosäuren aus vielen verschiedenen Lebensmitteln aufnehmen können, beziehen Hunde und Katzen einen großen Teil dieser Aminosäuren natürlicherweise aus tierischen Proteinquellen.
Ein Futter kann durchaus einen hohen Gesamtproteingehalt aufweisen, ohne dass dieser überwiegend aus tierischem Protein stammt. Für Tierhalter ist es deshalb wichtig zu verstehen, woher das Protein im Futter tatsächlich stammt.
Wenn der Anteil an tierischem Protein im Futter zu gering ist, kann das langfristig zu verschiedenen Auffälligkeiten führen.
Mögliche Folgen einer unausgewogenen Proteinversorgung können zum Beispiel sein:
Ein ausreichend hoher Fleischanteil im Tierfutter bildet deshalb eine wichtige Grundlage für eine artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen.
Neben Fleischanteil, Proteinquelle und Verarbeitung können auch ➤ chemische Zusatzstoffe im Tierfutter eine Rolle spielen, wenn Hunde oder Katzen empfindlich reagieren. Entscheidend ist deshalb immer das Zusammenspiel mehrerer Qualitätskriterien.
Neben einem zu geringen Anteil an tierischem Protein kann auch eine dauerhaft überhöhte Proteinzufuhr zu Problemen führen.
In der Natur nimmt ein Wolf bei erfolgreicher Jagd große Mengen Nahrung auf, die überwiegend aus Fleisch bestehen. Danach folgen jedoch häufig längere Phasen ohne Nahrung.
Ein Hund hingegen erhält in der Regel täglich eine Mahlzeit. Deshalb benötigt er ein anderes, ausgewogeneres Verhältnis zwischen Fleisch, Fetten und Kohlenhydraten als ein Wolf in freier Natur.
Entscheidend ist also nicht nur die Menge des Proteins, sondern das richtige Verhältnis der Nährstoffe im Futter.
Die Zusammensetzung eines Futters muss laut Gesetz auf der Verpackung angegeben werden. Dabei werden die Rohstoffe unter dem Punkt „Zusammensetzung“ entsprechend ihres Gewichts in absteigender Reihenfolge aufgeführt.
Das bedeutet: Der Rohstoff mit dem höchsten Gewicht wird an erster Stelle genannt.
Diese Angabe kann jedoch leicht missverstanden werden. So kann beispielsweise eine Fleischkomponente an erster Stelle stehen, obwohl der tatsächliche Anteil an tierischem Protein im Verhältnis zu pflanzlichen Bestandteilen relativ gering ist.
Hinzu kommt, dass sich Angaben zum Fleischanteil häufig auf frische Rohstoffe beziehen, die einen hohen Wasseranteil enthalten.
Fleischanteil richtig einordnen
Hohe Prozentangaben wirken auf den ersten Blick eindeutig. Bei Trockenfutter muss jedoch berücksichtigt werden, dass frisches Fleisch einen hohen Wasseranteil enthält. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Angabe auf dem Sack, sondern der tatsächliche Fleischanteil im fertigen Futter.
| Angabe auf der Verpackung | Bedeutung im fertigen Trockenfutter |
|---|---|
| 40 % frisches Lammfleisch | ca. 6 % tatsächlicher Fleischanteil im Trockenfutter |
| 70–80 % Wasseranteil im frischen Fleisch | nur etwa 20–30 % bleiben nach der Trocknung übrig |
| Angabe wirkt sehr hoch | tatsächlicher Fleischanteil deutlich niedriger als die Prozentangabe |
Wichtiger Merksatz
Für Ihr Tier bedeutet das: Entscheidend ist nicht die größte Zahl auf der Verpackung, sondern welche Proteinquellen tatsächlich im fertigen Futter ankommen und wie gut sie vom Organismus verwertet werden können.
Proteinqualität verstehen
Ein Futter kann einen hohen Gesamtproteingehalt aufweisen, ohne dass dieses Protein überwiegend aus tierischen Quellen stammt. Für Hunde und Katzen ist deshalb entscheidend, woher das Protein kommt und wie hoch der Anteil an tierischem Protein tatsächlich ist.
| Gesamtprotein / Rohprotein | Tierisches Protein |
|---|---|
| zeigt die gesamte Proteinmenge im Futter | zeigt, welcher Anteil aus tierischen Rohstoffen stammt |
| kann auch aus pflanzlichen Proteinquellen stammen | liefert Aminosäuren, die Hund und Katze besonders gut verwerten können |
| ein hoher Wert allein kann leicht missverstanden werden | entscheidend für eine artgerechte Einordnung der Proteinversorgung |
Um den Fleischanteil im Futter richtig beurteilen zu können, ist es wichtig zu verstehen, wie Rohstoffe im Tierfutter deklariert werden. Welche Unterschiede es dabei gibt, erklären wir im Artikel zur ➤ offenen Deklaration bei Tierfutter.
Neben der Deklaration spielt auch die ➤ Qualität der verwendeten Fleischrohstoffe eine entscheidende Rolle, denn der Fleischanteil allein sagt noch nicht aus, wie hochwertig und verwertbar die eingesetzten tierischen Rohstoffe tatsächlich sind.
Hoher Fleischanteil als Qualitätskriterium bei FEDOR®
Bei FEDOR® Tiernahrung wird der Fleischanteil konsequent in Trockensubstanz angegeben. Zusätzlich wird der Anteil des tierischen Proteins am Gesamtproteingehalt ausgewiesen.
Beispiel:
Diese Angabe zeigt genau, welcher Anteil des gesamten Proteingehalts aus tierischen Rohstoffen stammt.
Die Angabe des Anteils an tierischem Protein gehört zu den sieben verbindlichen Qualitätskriterien von FEDOR® Tiernahrung.
Nur Produkte, die alle sieben Qualitätskriterien erfüllen, dürfen den Markennamen FEDOR® tragen. Für Tierhalter bedeutet das: Die wichtigsten Qualitätsanforderungen werden bei jedem Produkt konsequent eingehalten.
Wer sich grundsätzlich mit Deklaration, Futtermittelqualität und Kritik an der Heimtierfutterindustrie beschäftigen möchte, findet im Buch ➤ „Katzen würden Mäuse kaufen“ von Hans-Ulrich Grimm eine weiterführende journalistische Perspektive.
Für die konkrete Beurteilung eines Futters bleibt jedoch entscheidend, wie Fleischanteil, Rohprotein und tierisches Protein auf der Verpackung angegeben sind.
Der Fleischanteil im Tierfutter ist eine wichtige Grundlage für eine artgerechte Ernährung von Hunden und Katzen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Gesamtmenge an Protein, sondern vor allem der Anteil an tierischem Protein.
Angaben zum Fleischanteil können jedoch leicht missverstanden werden, wenn sie sich auf frische Rohstoffe mit hohem Wasseranteil beziehen.
Wer Futtermittel richtig beurteilen möchte, sollte deshalb immer darauf achten,
Ein ausreichend hoher Anteil an tierischem Protein gehört deshalb zu den zentralen Qualitätskriterien von FEDOR® Tiernahrung.
Viele Futtersäcke werben mit hohem Fleischanteil oder hohem Proteingehalt. Entscheidend ist jedoch nicht nur eine große Prozentzahl auf der Verpackung, sondern wie der Fleischanteil angegeben wird, wie viel Protein tatsächlich aus tierischen Quellen stammt und ob die Zusammensetzung zum Bedarf Ihres Hundes oder Ihrer Katze passt.
Gerade bei stumpfem Fell, Verdauungsproblemen, Juckreiz, schwacher Vitalität oder empfindlicher Verdauung lohnt sich ein genauer Blick auf Fleischanteil, Rohprotein und tierisches Protein.
Gute Versorgung beginnt damit, Fleischanteil und Proteinqualität richtig einzuordnen.
Wir gehen die Deklaration Ihres aktuellen Futters telefonisch mit Ihnen durch und erklären verständlich, wie der Fleischanteil angegeben ist, ob sich die Angabe auf Frischfleisch oder Trockensubstanz bezieht und wie Sie den Anteil an tierischem Protein besser beurteilen können.