BARF oder nicht BARF?

Sie sind hier: Home » BLOG » Ernährung » BARF oder nicht BARF?
Nahrung ist die Quelle der Energie, sowohl bei Mensch als auch bei Tieren. Um den Organismus funktionstüchtig und am Leben zu erhalten, ist es gar essenziell zu essen bzw. fressen.

Der Mensch kennt eine über 2 000 Jahre alte kulinarische Tradition und Esskultur, in der auch die Fragen nach dem Was und Wie der Zubereitung bzw. Ernährung geklärt werden. Bei Tieren, z. B. beim Hund, gab es eine solche Kultur bis dato nicht; sie wurden weiterhin nach dem Prinzip „Futter = Energie“ versorgt. ?

Erst in der Überflussgesellschaft der heutigen Zeit werden auch die Fragen nach einer Funktionalität der Nahrung über den Energiegewinn und Geschmack hinaus gestellt, und die Beantwortung nimmt stellenweise groteske Formen an.? Spezielles Wellness-Food, Zusatz von Vitaminen, Diäten und extra angereichertes Futter – aufgeteilt nach Altersstufe, Rasse, Größe und Fellbeschaffenheit der Hunde – sind nur einige Beispiele.

Die unterschiedlichen Futtermittel für Haustiere, die man heute kaufen kann, sind so vielfältig und groß in der Anzahl, dass sie fast schon an die Menge menschlicher Babynahrung heranreichen. Die dahinterstehende Industrie ist riesig. Dabei ist die ursprüngliche Ernährung von Fleisch- oder allesfressenden Tieren wie Hunden anders aufgebaut, als die Futtermittelhersteller es anbieten.

Hundenahrung, Hundeernährung – Das Beste für unsere Besten

Die ursprüngliche Hauptmahlzeit von Karnivoren (Fleichfressern) bestand aus Fleisch, Knochen und Innereien von Beutetieren – und nicht aus Trocken- oder vorgekochtem Dosenfutter.Der Grundgedanke von Bones And Raw Foods (BARF) ist es nun, zu dieser natürlichen Ernährungsweise zurückzukehren und die Haustiere artgerecht mit Rohfleisch, Knochen und Gemüse zu ernähren. Damit soll die Gesundheit der Tiere auf der einen Seite gefördert und Zusatzstoffe wie Zucker, Konservierungsstoffe und ein hoher Anteil an Kohlenhydratfasern auf der anderen Seite vermieden werden. Eine Rohfutterernährung soll die Verdauung der Tiere entlasten sowie zu einem artgerechten, gesünderen und längeren Leben führen.

Ein Beispiel für die falsche Zusammensetzung des Fertigfutters ist die Verwendung von Kohlenhydraten: Sie sind in Fertig- und vor allem in Trockenfutter überproportional vorhanden, können aber von Hundemägen nicht gut verarbeitet werden, weil Kohlenhydrate und Faser nur am Rand zu ihrer Ernährung gehören. Hinzu kommt, dass das Trockenfutter verzögert im Magen Wasser aufnimmt und aufquillt – somit dem Tier Wasser entzieht und die Gefahr einer Magendrehung fördert. Auch die hohen Zuckergehalte in Hundefutter begünstigen bei Tieren im Alter Diabetes und Gelenkerkrankungen.

TIPP: Hochwertiges Fertigfutter in Lebensmittelqualität

 

Risiko Rohfütterung

Das stärkste Hauptargument der BARF-Gegner ist, dass Hunde bei der Rohfütterung nicht mehr mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden und dass Keime und Schädlinge in Rohfleisch die Gesundheit der Tiere gefährden. Hier kann argumentativ gegengehalten werden, dass ein gesunder Hundemagen mit den üblichen Krankheitserregern fertig werden kann, weil er mit einer höher konzentrierten Magensäure ausgestattet ist, die sogar gegen Salmonellen wirkt.

Viele Hundebesitzer sind dazu übergegangen, eine Mischform der Ernährung für ihre Tiere zuzubereiten – Rohfleisch von Geflügel und Rind verbunden mit Knochen und Gemüsebrei –, oder  es wird auf Tiefkühlfleisch und Innereien zurückgegriffen, um so ihren Lieblingen eine gute Versorgung mit Fleisch und Nährstoffen zu bieten. Der Gemüsebrei imitiert hierbei den Mageninhalt von Beutetieren, der bei Wildtieren für die nötige Versorgung mit pflanzlichen Nährstoffen sorgt.

Die Umstellung zu BARF kann eine Weile dauern und auch Begleiterscheinungen wie Durchfall und Erbrechen zeigen. Doch keine Sorge: Diese entgiften den Magen, und die Darmtätigkeit stellt sich wieder auf „normal“ ein. Mein Name ist Caroline Maatz und ich schreibe hier als Gastautorin. Während meines Biologiestudiums mit Schwerpunktthema Zoologie / Mikroorganismen habe ich lange Jahre ehrenamtlich in einem Tierheim gearbeitet. Dort ist es immer wieder passiert, dass Tiere bei uns gelandet sind, die nicht nur ausgesetzt, sondern zuvor auch falsch gehalten wurden.

2016-10-12T18:48:33+00:00 Mai 20th, 2016|Ernährung, Gesundheit|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar